Ein stilvoller Mord in Elstree - fertig gelesen
April 24, 2008 um 4:26 (Historischer Roman - Zeitgeschichte, Krimi, Literatur)
S: 273, 1. Auflage:
Trotzdem gilt die eiserne Regel - ein wichtiger Bestandteil des Pakts zwischen Autor und Leser - , daß auf den ersten 20 bis 30 Seiten ein Mord oder zumindest ein Mordversuch begangen werden muß. Wenn er erst nach der Hälfte passiert, wäre die Geduld des Lesers auf eine ernsthafte Probe gestellt. Wenn das hier etwa einer meiner eigenen Krimis wäre, dann hätten sich sich die Leser um Seite 100 herum vermutlich gefragt, ob es zu einem Mord kommen würde, damit wenigstens die Abbildung auf dem Umschlag gerechtfertigt wäre.
Weise Worte und vielleicht hätte sich Gilbert Adair an seine eigenen Worte halten sollen. Bis auf Seite 130 geschieht nämlich erst einmal kein Mord.
Stattdessen plätschert die Handlung vor sich hin, weder Sittengemälde aus Londons Nachkriegszeit noch Liebesgeschichte…einfach nichtsagendes Nichts unterbrochen durch Beleidigungen auf Alfred Hitchcock, welche auch das ganze Buch hindurch nicht abreissen *fettes Gesicht* *Dreifachkinn* ect. - als wäre diese großartige Regiesseur Model gewesen. Auf Seite 130 von 300 Seiten wird das Buch recht gut, auch wenn es nicht annähernd an den Vorgänger *Mord auf ffolkes Manor* ranreicht. Meine Buchhändlerin hatte genau die gleiche Meinung, wo die ganzen euphorischen Kritiken herkommen, weiß wohl niemand so genau.
